Wie findest du den passenden Verlag für dein Manuskript?

Wie findest du den passenden Verlag für dein Manuskript?

Du hast das Buch deiner Träume geschrieben. Nach Herzenslust hast du recherchiert, gestrichen, dazu geschrieben. Du hast endlich dein Buch fertigbekommen.

Es war harte Arbeit. Niemand sah, wie du an deinem Schreibtisch geschwitzt hast.

Das Buch zu schreiben hat dir Freude bereitet und Spaß gemacht.

Und nun stehst du da und weißt nicht, wie du dein Buch an den Mann bringst oder besser noch gesagt, wie du für dein Buch einen Verlag findest.

Ich möchte dir einige Tipps geben, um dein Buch zu veröffentlichen und zu verlegen:

1. Wenn du dein Buch fertig geschrieben hast und dein Manuskript vor dir liegt, dann erinnere dich zuerst an einige Freunde. Frage deine Freunde, ob sie Lust haben, dein Buch zu lesen. Sie sollen unabhängig von Lob und Tadel dein Buch lesen und dir ein Feedback darüber geben. Suche dir dazu mindestens drei bis vier Personen, die dein Buch lesen.

2. Das Buch ist nun fertig und ein Verlag sollte dafür interessiert werden. Überlege, in welche Rubrik dein Buch passt.

3. Überlege, ob du überhaupt einen Verlag benötigst oder ob du vielleicht im Selfpublishing dein Buch selbst verlegen möchtest. Selfpublishing ist eine Möglichkeit, sein Buch selber zu verlegen. Lies dazu bitte meinen Blogbeitrag zum Thema Selfpublishing.

4. Schicke dein Buch einem Verlag. Schicke immer nur einen Auszug aus deinem Buch - eine Expertise. Nie das gesamte Manuskript an den Verlag geben! Im Vorfeld recherchierst du genau, welche Bedingungen der Verlag stellt. Das findest du auf der Webseite des jeweiligen Verlages.

5. Erstelle ein richtiges Anschreiben: mit Arbeitstitel, Seitenzahlen, Fotos und Zeichnungen.

6. Schreibe ein Exposé, welches du dem Verlag dann schickst. Dieses Exposé sollte nicht mehr als zwei Seiten umfassen und eine Beschreibung der wichtigsten Charaktere beinhalten.

7. Lege dem Verlag keinen Rückumschlag bei, nur wenn der Verlag es ausdrücklich wünscht. Drucke dein Exposé bitte nur auf der Vorderseite aus und nicht auf Vorder- und Rückseite.

8. Prüfe auch, ob dein Buch ein Selfpublishing-Buch sein könnte. Dabei beachte bitte: Selfpublishing nicht um jeden Preis! Selfpublishing bedeutet, alles selber zu machen.

Schreiben und Veröffentlichen: JA - aber nicht um jeden Preis!

Zunächst stellt sich die Frage nach der Qualität deines Manuskriptes. Eine gute Geschichte ist immer noch das Wichtigste für Autor und Verlag. Und davon wollen wir auch erst einmal ausgehen. Du schreibst aus Freude und Begeisterung und das ist das Wichtigste.

Was erhältst du durch den Verlag?

Von einem Verlag kannst du eine Rundum-Betreuung erwarten. 

Warnen möchte ich dich vor Zuschuss-Vorlagen, wo du Geld investieren sollst.

Hier erhältst du im Endeffekt nur minimale Unterstützung. Dein Buch wird auch gedruckt, aber es wird kaum in den Buchläden gefunden.

Verlag oder literarische Agentur

Ja, du hast richtig gehört, heute ist es üblich, dass man sich für sein Manuskript eine Agentur sucht, die dann alles übernimmt und dein Buch zum Verlag bringt. Du musst dich entscheiden, ob du dein Manuskript zu einem klassischen Verlag bringst oder zu einer literarischen Agentur.

Wann ist eine literarische Agentur sinnvoll?

Manuskripte unverlangt einzusenden ist gefährlich, denn oft wollen die Verlage das nicht, dass du dein Manuskript komplett einsendest. Die Verlage haben nicht die Zeit, dein Manuskript zu lesen.

Tausende von Manuskripten werden täglich versendet und da ist es logisch, dass das alles gar nicht von den Verlagen bewältigt werden kann.

Eine Agentur kostet ca. 15 bis 20 % deines Autorenhonorars. Der Agent einer Agentur ist ein Fachmann. Er weiß, bei welchem Verlag dein Manuskript die besten Chancen hat. Die Vorlage nehmen die Agenten ernst. Literaturagenten kennen sich auch mit Verträgen aus und wissen, welches Honorar für dein Manuskript angemessen wäre.

Aber Vorsicht! Unter den Agenten gibt es auch „schwarze Schafe“.

Vor allem bei denen, die dir gleich ein Lektorat „aufschwatzen“ wollen und die möglicherweise versprechen, dass dein Buch dann bestimmt einen Verlag findet.

Wie findest du die richtige Agentur oder den richtigen Verlag?

Im deutschem Jahrbuch, welches ich dir bereits empfohlen habe, ist immer eine umfangreiche Liste enthalten, die dir einen Verlag aufzeigt.

Sei mutig und bring in Erfahrung, was der Verlag oder die Agentur für Bedingungen festgeschrieben hat, um ein Buch einzureichen. Rufe bei dem Verlag an und erkundige dich. Verlange den Chef und frage nach, ob der Verlag Interesse an deinem Manuskript hat.

Du brauchst keine Hemmungen zu haben. Tritt offen und souverän auf.

Es ist wichtig, die Bedingungen zu kennen, denn unaufgefordert eingesandte Manuskripte werden oft nicht gelesen oder man schiebt sie immer vor sich her.

Möglichst noch ohne Ansprechpartner in der Adresse werden diese häufig lange liegen gelassen oder am Ende nur zu Praktikanten gegeben, und diese bearbeiten dein Manuskript dann in ihrer Lehrstunde.

Wenn du aber persönlich dort vorsprichst und konkrete Fragen stellst, dann ist auch die Person in der Agentur daran interessiert, dir zu helfen.

Lektoren haben wenig Zeit

Deshalb erkundige dich vorneweg, wie der Verlag es gern von dir haben möchte. Schreibe ein kleines Exposé und gib eine Textprobe von maximal 50 Seiten dazu.

Gib dem Verlag Auskunft zum Umfang.

Sagt der Verlag nichts, dann gib bitte 20 Seiten als Textprobe bei, das ist ein gutes Maß gerade für Anfänger und der Lektor wird zufrieden sein. In den Textproben, auch Patch genannt, sollte das Besondere an deinem Projekt herausgearbeitet sein.

Mache klar, wie es sich von anderen unterscheidet und warum die Leser es kaufen sollten.

Halte dich in deinem Exposé nicht mit Nebensächlichkeiten auf, stelle deine wichtigsten Figuren und die eigentliche Inhaltsangabe in den Vordergrund.

Halt dich nicht auf mit einer Vorgeschichte und formuliere sachlich den Inhalt.

Angemessen ist ein richtiges Exposé, im Präsens geschrieben, 2 bis 3 DIN A4-Seiten lang.

Du siehst also - das Exposé ist sehr wichtig.

Mit deinem Exposé lockst du das Interesse des Verlages heraus.

Siehe auch meinen Blogbeitrag "Mit einem Exposé das Interesse wecken". Ich habe in diesem Blogbeitrag ein Beispiel für ein Exposé aufgeschrieben.

Überlasse auch die Textprobe nicht dem Zufall

Anhand der Textprobe erkennt der Verlag, ob du als Autor professionell schreiben kannst. Wenn du das alles beachtest, dann wird dein Manuskript nicht zurück in deinem Briefkasten landen.

Dein Buch ist nun zu einem Verlag gekommen.

Herzlichen Glückwunsch!

Und was passiert jetzt?

Du bekommst vom Verlag ein Schreiben, worin alle Details stehen, was sich der Verlag von dir wünscht.

Wenn du eine Absage erhältst, sendet der Verlag alle Unterlagen an dich zurück. So etwas kann schon passieren, aber es ist nicht die Regel.

Wenn dein Buch zum Verlag passt und dein Buch gut geschrieben ist, dann hast du eine Chance, dass der Verlag sich näher mit dir und deinem Buch befasst.

Ich persönlich bin ein Verfechter von Selfpublishing.

Es ist kostengünstig, spart viel Zeit und Mühe und man muss sich nicht mit dem Verlag herumschlagen, von dem man dann vielleicht doch die Ablehnung bekommt oder nur mit 10% Tantieme „abgespeist“ wird.

Empfehlung:

Wenn du öfter schreibst und das Schreiben deine Berufung ist, dann empfehle ich dir, besorge dir das „Deutsche Jahrbuch für Autorinnen und Autoren“. Dieses Buch erscheint jedes Jahr im Autorenhaus-Verlag.

Es ist ein unabhängiges Autorenbuch, welches alle Verlage mit Anschrift, Themenschwerpunkte und viele nützliche Informationen zur Verlagssuche enthält.

Außerdem behandelt das Buch Themen wie:

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